Wie Betsaida zu seinem Namen kam

Anleitung

Ein Fischerort am See Genezareth, die Heimat des Apostels Philippus – und warum unser System so heißt. Mit Karte, Bibelstellen und der Bedeutung des Zeichens.

Betsaida – Gemeinde planen · Lieder finden

Unser System hat einen Namen: Betsaida. Er stammt aus der Bibel – von einem kleinen Fischerort am Nordufer des Sees Genezareth. Auf dieser Seite erfahren Sie, was der Name bedeutet, wer von dort kam und warum er so gut zu dem passt, was das System jeden Tag tut.

Ein Ort am See Genezareth

Betsaida lag am Nordufer des Sees Genezareth, nahe der Stelle, an der der Jordan in den See fließt – nur wenige Kilometer von Kafarnaum entfernt, wo Jesus oft lehrte. Die Menschen dort lebten vom Wasser: vom Fischen, vom Flicken der Netze, vom Verkauf des Fangs.

Der See Genezareth mit Betsaida am Nordufer (eigene, vereinfachte Zeichnung – nicht maßstabsgetreu)

In den Evangelien kommt der Ort mehrfach vor. Jesus heilte dort einen Blinden:

„Und er kam gen Bethsaida. Und sie brachten zu ihm einen Blinden und baten ihn, daß er ihn anrührte.“

Markus 8,22 · Luther 1912

Ganz in der Nähe geschah auch die Speisung der Fünftausend (Lukas 9,10–17) – davon gleich mehr.

Was der Name bedeutet

Der Name setzt sich aus zwei Teilen zusammen: „Bet“ heißt Haus, „Saida“ heißt Fischfang oder Fischerei. Betsaida ist also das „Haus des Fischfangs“ – ein Ort, an dem Menschen gemeinsam ihre Netze auswerfen.

Bet = Haus, Saida = Fischfang (eigene Zeichnung)

Die Heimat von Philippus

Aus Betsaida stammten gleich drei der zwölf Apostel: Petrus, Andreas und Philippus.

„Philippus aber war von Bethsaida, aus der Stadt des Andreas und Petrus.“

Johannes 1,44 · Luther 1912

Philippus ist im Johannesevangelium der, der andere einlädt. Als Nathanael zweifelt, diskutiert er nicht lange:

„Und Nathanael sprach zu ihm: Was kann von Nazareth Gutes kommen? Philippus spricht zu ihm: Komm und sieh es!“

Johannes 1,46 · Luther 1912

„Komm und sieh es!“ – das ist auch die Haltung, mit der wir das System vorstellen: nicht überreden, sondern zeigen. Jede Gemeinde kann es in der Mustergemeinde in Ruhe ausprobieren.

Zwei Männer namens Philippus

Die Bibel kennt zwei Männer mit diesem Namen. Der eine ist der Apostel aus Betsaida. Der andere ist einer der Sieben, die die erste Gemeinde in Jerusalem für den Dienst an den anderen auswählte:

„Darum, ihr lieben Brüder, sehet unter euch nach sieben Männern, die ein gut Gerücht haben und voll heiligen Geistes und Weisheit sind, welche wir bestellen mögen zu dieser Notdurft.“

Apostelgeschichte 6,3 · Luther 1912

Dieser zweite Philippus ist der, der sich zum Kämmerer aus Äthiopien in den Wagen setzt und ihm erklärt, was er liest (Apostelgeschichte 8,26–40). Nach ihm ist unser Helfer Philippus benannt.

Der Ort und der Helfer: Betsaida ist das System, Philippus der Helfer darin (eigene Grafik)

So passen beide Namen zusammen: Betsaida ist das Haus, in dem die Gemeinde ihre Arbeit gemeinsam erledigt – Philippus ist der Helfer, der darin zur Seite steht. Mehr über Philippus.

„Je fünfzig und fünfzig“ – Ordnung bei Betsaida

Bei Betsaida kamen einmal rund fünftausend Menschen zusammen. Die Jünger wussten nicht, wie sie alle versorgen sollten. Ausgerechnet Philippus rechnet nach:

„Philippus antwortete ihm: Für zweihundert Groschen Brot ist nicht genug unter sie, daß ein jeglicher unter ihnen ein wenig nehme.“

Johannes 6,7 · Luther 1912

Und dann kommt eine Anweisung, die jeder kennt, der schon einmal einen Gemeindeabend, ein Chorwochenende oder einen großen Gottesdienst organisiert hat:

„Er sprach aber zu seinen Jüngern: Lasset sie sich setzen in Schichten, je fünfzig und fünfzig.“

Lukas 9,14 · Luther 1912
Gruppen zu je fünfzig – Ordnung macht Versorgung möglich (eigene Grafik)

Erst die Einteilung in überschaubare Gruppen machte es möglich, dass alle satt wurden. Genau das ist der Kern unseres Systems: Menschen in Gruppen einteilen, Dienste verteilen, den Überblick behalten – im Gottesdienstplan, im Einteilungsplan der Dirigenten und Chorleiter, in den Gruppen und Teams der Gemeinde.

Das Zeichen

Das Betsaida-Zeichen erzählt den Namen in einem Bild:

Das Betsaida-Zeichen: Dach, Netz und Wellen (eigene Grafik)
  • Das Dach steht für „Bet“, das Haus – die Gemeinde, die zusammenkommt und gemeinsam plant.
  • Das Netz steht für „Saida“, den Fischfang – und für die vielen Fäden, die im System zusammenlaufen: Lieder, Dienste, Gruppen, Termine, Nachrichten.
  • Die Wellen stehen für den See Genezareth, an dessen Ufer Betsaida liegt.
  • Die Farben: tiefes Seeblau und warmes Sandgold – Wasser und Ufer, ruhig und freundlich.

Die Schrift im Schriftzug ist „Poppins“, eine frei nutzbare Schrift (SIL Open Font License). Zeichen, Zeichnungen und Grafiken auf dieser Seite sind eigens für Betsaida gestaltet.

Auch das gehört zur Wahrheit

Betsaida kommt in der Bibel nicht nur freundlich vor. Jesus spricht über den Ort auch ein ernstes Wort, weil viele dort trotz allem, was sie erlebt hatten, unbewegt blieben (Matthäus 11,21; Lukas 10,13). Wir verschweigen das nicht – es erinnert daran, dass ein gutes Werkzeug allein nichts bewirkt. Entscheidend bleibt, was in der Gemeinde zwischen Menschen geschieht.

Kurz gesagt

Betsaida ist kein offizielles Angebot der Neuapostolischen Kirche, sondern ein Werkzeug von Gemeindemitgliedern für Gemeinden. Bibelzitate nach der Lutherbibel 1912 (gemeinfrei); Bibelstellenangaben nach heutiger Zählung. Alle Abbildungen auf dieser Seite sind eigene Zeichnungen.